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Nationalmannschaft // Mittwoch, 03.05.2017

WM-Serie: Deutschland

Was ist der deutschen Mannschaft zuzutrauen? Wir haben uns bei der Stimme des deutschen Eishockeys erkundigt: Basti Schwele ist für die TV-Zuschauer am Microphone, wenn die wichtigen Spiele anstehen. Im siebten DEL-Finalspiel 2014 beispielsweise kreirte er den Spruch "Das Eiswunder von Ingolstadt". Wie akribisch sich der frühere Eishockey-Profi auf jedes Spiel vorbereitet, war auch in der abgelaufenen Saison auf Telekomeishockey zu sehen. Ab Freitag begleitet er für Sport1 die Weltmeisterschaft und wir unter anderem bei allen deutschen Spielen im Einsatz sein.

Basti, die Heim-WM steht in den Startlöchern. Wie laufen die Vorbereitungen für dich als Kommentator in den letzten Tagen ab?
Schwele: Ich bin gerade im Eiscafé – aber das spiegelt die Vorbereitung nicht wider. Im Gegenteil, eigentlich bin ich diese Woche schon komplett eingeentspannt. Ab Freitag kommentieren wir jeden Tag zwei Spiele, da bleibt ansonsten nicht mehr allzu viel Zeit. Auch nicht mehr am Donnerstag, das ist der Anreisetag, an dem unter anderem im Hotel eingecheckt und die Akkreditierung abholt wird. Darum bereite ich schon seit einigen Tagen peu a peu alles vor und wälze die Kader der Mannschaften. Na gut, die Slowaken stellen gerne mal eine Liste mit 70 Spieler online – die alle vorzubereiten wäre verschossenes Pulver. (lacht) Aber bei Nationen wie Russland oder Schweden kann man sich dann schon darauf verlassen und auch schon gute Geschichten zu den verschiedenen Spielern nachlesen.

Wo wir gerade bei den Kadern sind: Wie findest du den deutschen Kader, der seit Dienstag zumindest vorläufig benannt ist?
Schwele: Ich finde ihn sehr interessant. Offensiv hat die Mannschaft enormes Potential, aber ob du die Dinger vorne dann auch machst mit der unglaublichen Effizienz wie im Vorjahr, das muss man sehen. Wichtig für Deutschland ist, dass die Verteidigung gut aufgestellt ist – und das ist sie. Die Mischung ist gut. Ich will Korbinian Holzer jetzt nicht aus den Playoffs rausreden (lacht), aber wenn du den noch haben könntest… Ganz wichtig ist für mich auch, dass wir mit einer echten Nummer eins ins Turnier gehen. Thomas Greiss hat einfach eine Extraklasse.

Welche sind die beiden Schlüsselspieler neben Greiss?
Schwele: Thomas und Greiss. (lacht) Im Ernst: Christian Ehrhoff und Dennis Seidenberg in der Verteidigung haben internationale Spitzenklasse. Die beiden zusammen zu haben ist schon richtig stark. Vorne tue ich mir schwer, das ist total ausgeglichen. Das sind – so ungern ich das Wort sage – vier homogene Reihen, wo jeder was kann. Ich nenne jetzt die Reihe der unsung heroes, die einfach ihre Arbeit machen: Fauser/Kink/Y. Seidenberg. Sie werden manchmal belächelt, sind aber enorm wichtig für das deutsche Spiel.

Frage vier wie immer in dieser Serie: Deutschland holt Gold, wenn…
Schwele: … wenn Deutschland sich in einen Rausch spielt und zehn Spiele gewinnt. Das ist unrealistisch, aber ich wäre schwer dafür. (lacht) Klar ist aber, dass man sich bei einer Heim-WM hohe Ziele setzten muss. Das Viertelfinale ist ein Muss, danach kommt es auf die Gegner an und so weiter – es gleicht dann einem einarmigen Banditen. Du wirfst deine Münze hinein und schaust, was dabei herauskommt.

Frage fünf beschäftigt sich, wie immer in dieser Serie, mit Vorurteilen. Der Deutsche sagt über den Deutschen, dass er gerne mal zu viel erwartet.
Schwele: Auch im Eishockey? Ich glaube, gerade da machen wir uns oft kleiner als wir es sind. Unter Marco Sturm hat das Nationalteam an Profil gewonnen. Das gefällt mir.

Frage sechs: Wie du die WM verfolgen wirst, ist uns in deinem Fall bekannt. Erzähl uns stattdessen vom Drumherum. Wie läuft das Zusammenspiel mit dem zweiten Teil des congenialen Duos, Rick Goldmann?
Schwele: Wir hängen während der WM tatsächlich 20-22 Stunden pro Tag zusammen. Das war für uns noch nie ein Problem. Natürlich geht dir der andere unter der WM auch mal für eine Stunde auf den Sack, aber wir finden einen guten Ausgleich. Wir freuen uns auf diesen Lebenslauf und verbringen zusammen eine super Zeit. Wir bereiten übrigens keine Witze vor. Vor dem Spiel dreht sich alles rein ums Sportliche. Der Rest ergibt sich aus dem Spiel oder der Situation. Rick liefert da viel mit seiner eigenen Interpretation der deutschen Sprache. (lacht) Ich glaube, die Zuschauer merken einfach, dass wir mit großem Spaß bei der WM dabei sind.

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