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Nationalmannschaft // Donnerstag, 04.05.2017

WM-Serie: Slowakei

15 Jahre ist es her, da stand die Slowakei Kopf. Das Eishockey-Nationalteam hatte das majestätische Russland, das glorreiche Kanada und die ganzen anderen Eishockeymächte überrumpelt und sich den Weltmeistertitel gesichert. Danach wurde es schrittweise ruhiger um die Slowaken. Gut, 2012 flackerte das Feuer der "Goldenen Generation" noch einmal auf - die Slowakei gewann Silber. Doch danach folgte im Verband und der Mannschaft ein Umbruch. Igor Hasko hat sich mit den Läufen der Zeit beschäftigt und sieht das als Chance an. Wir haben den Teambetreuer beim ERC Ingolstadt, dessen Karriere einst bei Slovan Bratislava begann, über sein Heimatland befragt.

Wie viele Spieler in der aktuellen slowakischen Nationalmannschaft kennst du?
Hasko: Ich kenne eine Hand voll. In der aktuellen Mannschaft sind viele aus der jungen Generation, ich arbeite aber bereits eine Generation in Deutschland. Die, die ich persönlich kenne, habe ich 2010 getroffen. Ich war 2010 Team-Host für die Slowakei bei der WM in Köln. Ich habe damals die slowakische Mannschaft im Auftrag des Organisationskomitees betreut. Zuletzt gab es im Verband und der Nationalmannschaft auch einen Umbruch.

Du bist Teambetreuer beim ERC. Verfolgst du die Weltmeisterschaft mit anderen Augen, weil du darauf achtest, was die Betreuer für Tricks aus der Zauberkiste ziehen?
Hasko: Bei der WM 2010 habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Infrastruktur in Deutschland immer top funktioniert, dass alles gut organisiert ist. Die Leute haben alles, was sie brauchen, alle haben die gleichen Bedingungen. Es gibt auch Hilfestellungen, aber natürlich muss sich jeder auch selbst zu helfen wissen und bereit sein. Beim Turnier muss alles laufen, picobello.

Auf welche drei Spieler im slowakischen Team sollten wir achten und warum?
Hasko: Auf der Torwartposition sind wir sehr solide besetzt. Julius Hudacek fängt in der schwedischen Liga, der hat seine Qualitäten. In der Verteidigung haben wir Juraj Mikus und Michal Cajkovsky, zwei groß gewachsene Verteidiger, die in der vergangenen Saison für Sparta Prag spielten. Cajkovsky ist dann in die KHL gewechselt. Im Angriff haben wir Libor Hudacek, den Bruder des Torwarts, der ebenfalls in Örebro spielt. Er ist klein, hat aber gute Stock- und Lauftechnik. Ich mag solche Spieler.

Die Slowakei holt Gold, wenn…
Hasko: … leider gar nicht. Das ist Fakt. Wir haben leider nicht die beste Mannschaft, die wir haben könnten, beim Turnier. Es ist in den letzten Jahren viel im Verband passiert, es gab einen Umbruch. Wir haben zum Beispiel auf Panik und Hossa aus der NHL gehofft, aber sie und andere Spieler haben sich entschuldigt, andere sind verletzt. Es gefällt mir aber auch, dass wir eine unerfahrene Mannschaft schicken. Ein unbeschriebenes Blatt sind wir! Ich glaube, die Mannschaft ist nicht verloren und kann überraschen. Das Viertelfinale wäre ein großer Erfolg. Unsere Konkurrenten sind Dänemark und Lettland. Auch Deutschland gehört leider nicht zu der Top-Gruppe.

An dieser Stelle reden wir immer über Vorurteile. In Deutschland verwechselt mancher immer noch die Slowakei und Slowenien, vor allem auch, weil beide Fanlager sich in ihren Heimatsprachen quasi gleich anfeuern. Wie erklärst du den Leuten, dass die Slowakei beim Turnier ist und nicht Slowenien?
Hasko: Es stimmt: Die Flaggen sind praktisch identisch und in ihrer Selbstbezeichnung sagen die ein „i“ wo wir „e“ sagen. Das kann man also schon verwechseln. Aber ohne es respektlos zu meinen: Wir sind keine Eintagsfliege im Eishockey. Auch wenn uns Slowenien bei ihrer Glanzstunde bei Olympia schlug - Im Vergleich zu Slowenien sind wir eine Weltmacht. Wir haben mehr Eishockeytradition.

Wie wirst du die Weltmeisterschaft verfolgen? Auf der Couch mit einem Bier, mit Freunden in einer Bar oder live in den Stadien?
Hasko: Ich werde mir die guten Spiele wie Schweden gegen Kanada anschauen. Die WM ist auch immer eine gute Gelegenheit, um mit Freunden zu grillen und die Slowakei-Spiele zu schauen. Dieses Jahr werde ich mir auch zwei Spiele in Köln anschauen.

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