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Nationalmannschaft // Freitag, 05.05.2017

WM-Serie: USA

Der große Tag ist gekommen. Die Weltmeisterschaft in Paris und Köln beginnt. Zum Abschluss unserer WM-Serie haben wir ein Interview mit ERC-Kapitän John Laliberte geführt. Sein Heimatland, die USA, treffen zum Auftakt auf die deutsche Auswahl (Spielbeginn 20.15 Uhr, live auf Sport1).

John, du hast, wie du sagst, mit Staunen den Kader des Team USA studiert.
Laliberte: Ja, es stehen sehr viele junge Spieler im US-Aufgebot. Die allermeisten sind sogar jünger als 25 Jahre. Das sind aber alles sehr gute Spieler. Persönlich kenne ich Jimmy Howard, den Torwart. Er ist der einzige Ü30er im Nationalteam, genauer gesagt wie ich – wir sind mit unseren 33 Jahren halt schon echte Oldtimer (lacht). Wir spielten im College gegeneinander. Er trat fieserweise für die University of Maine an, also für genau die Uni aus meiner Heimat. Ich war auf der Boston University, das waren immer heiße Begegnungen mit Lokalkolorit. Mit Clayton Keller, Jordan Greenway und Charlie McAvoy sind drei Spieler im Team USA, die zuletzt für meine Uni gespielt haben.

Und wen siehst du als Schlüsselspieler im US-Aufgebot?
Laliberte: Auf wen man sicher ein Auge haben muss ist Jack Eichel. Der ist ein Stürmerstar bei den Buffalo Sabres und wurde beim NHL-Draft 2015 an zweiter Stelle ausgewählt. Habe ich schon erwähnt, dass er auch auf der Boston University war? (lacht) Ein immens guter Spieler ist auch Johnny Gaudreau von den Calgary Flames. Was auch ein Faktor sein könnte, ist das Sieger-Gen - lasst uns nicht vergessen, dass die USA in den Nachwuchsklassen die WM-Titel gewonnen hat. Das ist schon speziell.

Und wie steht es ums Senioren-Team? Team USA gewinnt Gold, wenn…
Laliberte: Ich denke, die Chancen sind da. Die Jungs müssen hungrig sein, wie es ihrem Alter entsprechen sollte. Das kann ein Vorteil sein.

Wir konnten es kaum glauben und haben es drei, viermal gegengecheckt – du hast tatsächlich noch nie für die US-Auswahl gespielt.
Laliberte: Stimmt.

Also, bei den europäischen Turnieren der US-Auswahl wie etwa dem Deutschland Cup hätten wir dich auf alle Fälle vermutet.
Laliberte: Ich wurde nie eingeladen.

Wie bitte? Mit Verlaub: Sie, Sir, sind ein Lügner.
Laliberte: (lacht laut) Nein, es war tatsächlich bislang so. Weißt du, in den Vereinigten Staaten von Amerika ist das „development programm“ sehr wichtig. Dafür wurde ich als junger Spieler nicht ausgewählt. Bei den Turnieren wählen die Coaches meist Spieler aus, die mal in diesem Programm waren. Da sind dann teilweise auch Spieler aus der zweiten Liga dabei. Sie werden teils auch aus Loyalität ausgewählt.

Kommen wir zu unserer Frage bezüglich der Vorurteile, die wir in dieser WM-Serie immer gestellt haben. Deutsche haben das Bild, dass die US-Amerikaner ihre Fahne und ihre Hymne lieben. Wer sollte die Hymne heute Abend anstimmen?
Laliberte: Das Vorurteil trifft absolut zu. Wir mögen sie. Jeder kennt die Hymne, einfach, weil sie ständig zu hören ist und das nicht nur in der Schule oder bei Profisportveranstaltungen. Sogar vor Spielen der „little league“, also der Bambini-Baseballliga, wird sie abgespielt. Und zu deiner Frage: Wie heißt die deutsche Popsängerin gleich nochmal? Ach ja, Helene Fischer. Wenn sie singt, werden sich einige Spieler freuen. (lacht)

Du bist derzeit mit deiner Familie in Portland im US-Bundesstaat Maine. Schaltest du bei den WM-Spielen den Fernseher ein?
Laliberte: Den Fernseher nicht. In den USA wird sie nicht übertragen, da stehen die NHL-Playoffs und noch mehr die NBA im Vordergrund der Berichterstattung. In Kanada überträgt ein Sender die Spiele. Ich werde den Livestream bei einigen Spielen nutzen.

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